Diakonie bildet mehr Altenpflege-Kräfte aus

Wahlkreis

Mit einem Lob wurde die SPD-Bundestagsabgeordnete Christel Humme und Landtagsabgeordneter Thomas Stotko im Fachseminar für Altenpflege in der Pferdebachstraße in Witten empfangen:
„Frau Humme, Ihre Anfrage im Bundestag passt genau zu dem, was sich hier abgespielt hat“, sagte Seminarleiterin Irmgard Hock-Altenrath bei der Begrüßung.

Anfang Juni hatte Christel Humme die Bundesregierung in einer „kleinen Anfrage“ unter anderem aufgefordert darzulegen, wie die Ausbildung in Zukunft finanziert werden soll und was gegen den drohenden Fachkräftemangel in der Altenpflege unternommen wird. Für Fachkräfte-Nachwuchs wird in Witten schon seit 40 Jahren gesorgt, und in Zukunft sogar verstärkt: Im Oktober beginnt ein zusätzlicher Altenpflege-Kurs, so dass dann 234 Auszubildende betreut werden.
Christel Humme besuchte das Fachseminar im Rahmen ihrer „Sommeraktion“ mit Unternehmen und sozialen Einrichtungen in ihrem Wahlkreis Ennepe-Ruhr-Nord zusammen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Thomas Stotko. „Ich bedaure sehr, dass es kein bundeseinheitliches Heimgesetz mehr gibt, sondern jetzt 16 Länder-Gesetze die Ausbildung regeln“, sagte Christel Humme: „Einheitliche Qualitätsstandards wären besser für die Träger und für die Patienten.“ Dem stimmte Diakonie-Geschäftsführer Reinhard Quellmann zu: „Der Föderalismus ist in diesem Bereich verheerend.“ Bedauert wird auch, dass es – im Gegensatz zur Krankenpflege – keine Umlage für die Altenpflegeausbildung gibt.
Quellmann: „Wer nicht ausbildet, hat einen klaren wirtschaftlichen Vorteil. Das darf nicht sein!“ Die neue Landesregierung, so der Wunsch an Thomas Stotko, solle für eine „intelligente Umlage“ und eine gesicherte Finanzierung der Fachseminare sorgen.
An jeden Platz in der Fachschule ist ein Ausbildungsplatz in einem der Vertrags-Pflegeheime gebunden, erklärte die Geschäftsführerin des Diakonie-Bildungszentrums Marianne Anschütz: „Und alle werden nach Tarif bezahlt, hier gibt es keine Dumping-Löhne und keine Sklaverei.“ Was bei weitem nicht bei allen Pflegeheimen und Pflegediensten der Fall ist.
Christel Humme hatte sich in ihrer „kleinen Anfrage“ auch erkundigt, wann denn der bereits 2009 beschlossene Mindestlohn in der Pflegebranche eingeführt werde. Die Antwort der Bundesregierung war wenig konkret:
„Das Verfahren zum Erlass einer entsprechenden Mindestlohnverordnung wird demnächst abgeschlossen“.
Erfreulich fanden die Abgeordneten, dass 15 Prozent der Pflege-Azubis männlich sind, bei den neuen Kursen sogar schon 30 Prozent. „Gerade der Dienst am Menschen muss für die jungen Männer attraktiver werden“, forderte Christel Humme: „Das geht aber nur, wenn die Anerkennung für diesen Beruf deutlich verbessert wird.“ Schließlich werden in den nächsten zehn Jahren 90 000 zusätzliche Fachkräfte in der Altenpflege gebraucht.

 
 

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