Jeder vierte Schüler findet keinen Gesamtschulplatz

Schule und Bildung

Hohe Anmeldungen und Ablehnungen an Wittener Holzkamp-Gesamtschule

Witten. Fast jeder vierte an einer Wittener Gesamtschule angemeldete Grundschüler findet dort keinen Platz. Auch landesweit sind die 90 abgewiesenen Schülerinnen und Schüler keine Einzelfälle. SPD-Landtagsabgeordneter Thomas Stotko: „Knapp 15.000 Kindern bleibt in Nordrhein-Westfalen die gewünschte Aufnahme an einer Gesamtschule verwehrt. Das zeigt, wie sehr unser Bildungssystem an den Bedürfnissen vorbeiläuft.“

Landesweit wurden 25 Prozent aller Viertklässler an einer Gesamtschule angemeldet. Unverändert hoch ist auch die Zahl der Anmeldungen an den beiden Wittener Gesamtschulen. „Die Eltern stimmen mit den Füßen ab“, sagt Thomas Stotko, „für eine nach oben offene Schullaufbahn ihrer Kinder, für einen funktionierenden Ganztagsbetrieb und gegen das an Gymnasien eingeführte Turbo-Abitur mit verkürzter Sekundarstufe I“.

Vorwürfe richtet Thomas Stotko gegen die CDU-geführte Landesregierung, die entgegen den Elternwünschen weiter starr auf ein dreigeteiltes Schulsystem setzt. „Wir brauchen stattdessen durchlässige Schulen, in denen die Kinder länger gemeinsam lernen und nicht im Alter von neun Jahren in Schubläden landen. Lediglich 54 Anmeldungen an beiden Wittener Hauptschulen beweisen, dass das System nicht mehr funktioniert.“

Die 90 abgelehnten Schülerinnen und Schüler seien nun gezwungen, insbesondere an den unterbesetzten Real- und Hauptschulen um Aufnahme zu bitten. „Dabei hatten sich ihre Eltern für sie für eine integrierte Schulform entschieden, in der man nicht nur nach unten fallen, sondern auch nach oben klettern kann“, sagt Stotko.

 
 

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