Stotko zum KiBiz: „Rechnung geht nicht auf“

Familie und Jugend

Diskussion mit CDU-Staatssekretärin hinterlässt offene Fragen

„In der Diskussion mit CDU-Staatssekretärin Marion Gierden-Jülich ist nur eines deutlich geworden: Die berechtigte Sorge der Wittener Erzieher um die künftige Sicherheit ihrer Arbeitsplätze und die Qualität der Kinderbetreuung.“ Zu diesem Schluss kommt Landtagsabgeordneter Thomas Stotko nach der Veranstaltung der Wittener CDU mit der Staatssekretärin des NRW-Familienministeriums am 11. September.

Insbesondere die Furcht vor Personalabbau in den Einrichtungen habe die Staatssekretärin nicht glaubhaft zerstreuen können. „Wenn Frau Gierden-Jülich behauptet, die Einrichtungen könnten weiterhin auseichend Personal beschäftigen, muss sie auch erklären, wie es trotz drastisch schrumpfender Landeszuschüsse finanziert werden soll.“

Stattdessen habe die Staatssekretärin der CDU die Mär bedient, mit KiBiz stünde für die Betreuung in NRW mehr Geld zur Verfügung. Doch diese 150 Millionen Euro höben lediglich die Kürzungen der letzten Jahre auf, so Thomas Stotko. Zudem seien die Mittel größtenteils zur Entlastung der kirchlichen Träger verplant. „Nur ein Bruchteil kommt in den Einrichtungen an. Und damit sollen sie neben vielen anderen Aufgaben zusätzlich landesweit 34.000 Kinder unter drei Jahren betreuen. Diese Rechnung geht nicht auf.“

Auch die von Marion Gierden-Jülich gepriesenen flexiblen Betreuungszeiten von 25, 35 und 45 Wochenstunden würden die Probleme verstärken. „Jährlich wechselnde Öffnungszeiten der Gruppen führen zu jährlich wechselnden Arbeitsverträgen für die Mitarbeiter“, sagt Thomas Stotko. Darüber hinaus öffneten viele Einrichtungen in Witten derzeit bis zu 60 Stunden in der Woche. 45 Stunden seien für vollzeitbeschäftigte Eltern viel zu kurz. Stotko folgert: „So können Beruf und Familie eben nicht vereinbart werden.“

Thomas Stotko: „Die Erzieherinnen und Erzieher setzen sich aus guten Gründen gegen KiBiz ein. Sie verdienen unsere Unterstützung, auch im Interesse einer guten Betreuung unserer Kinder. Deshalb rufe ich alle Eltern meines Wahlkreises auf, am Samstag in Düsseldorf gegen KiBiz zu demonstrieren!“

Die Träger der freien Wohlfahrtspflege im Ennepe-Ruhr-Kreis stellen kostenlose Busse für die Demo in Düsseldorf bereit. Anmeldung erforderlich, über die AWO EN, Kati Dahl, (02332) 7004-18.

 
 

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